Oldenburgische Volkszeitung 26.6.2003
Lautstarke Begrüßung des Sommers unterm grünen Blätterdach

  Fest der Sommersonnenwende im "Atelier im Kotten" in Grapperhausen wurde zum Ausflug in den Kosmos der Schlagzeuger

Grapperhausen (reh)
Ein altes Fest in Erinnerung rufen, das hatte sich der Künstler Rolf Brüning vorgenommen und am Samstag pünktlich zur Sommersonnenwende zu "Trommel – Feuer – Kotten – Wald – Klang" in sein "Atelier im Kotten" nach Grapperhausen eingeladen. Seinem großen Publikum bot er dabei mit der freien Natur mitten im Wald eine einmalige Kulisse für diverse Percussionvorführungen, Texte und Klänge rund um den Sommerbeginn.

Unter dem grünen Blätterdach gestaltete sich schon die Eingangssequenz beeindruckend. Aus verschiedenen Winkeln des Waldes näherten sich Peter Badstübner, Steffen Scheumann und Karsten Rust mit Klarinette, Trompete und Saxofon musizierend einander an. Gemeinsam mit Jörg Sellmeyer (Trommel) und Peter Niestroj (Didgeridoo) erweckten die Künstler Impressionen vom jahreszeitlichen Wechsel der Natur.
Highlight: "Percussion pur" mit Gabriele Kostas. Die Künstlerin nahm das faszinierte Publikum mit auf eine Reise durch den "Kosmos der Schlagzeuger, der aus Lärm den Rhythmus gebiert, aus dem dann alles andere entsteht". Dabei trommelte, strich, klopfte und schlug sie virtuos über und auf fast alles, was diesen Leben spendenden Rhythmus hervorbringen kann – wenn man es denn versteht ihn hervorzulocken.

Komplettiert wurde die lautstarke Begrüßung des Sommers durch die Ausstellung von Kunstwerken von Christel Hägele, Christine Santema, Joachim Röderer und Rolf Brüning.

Bramscher Nachrichten 23.6.2003
Trommelfeuer auf offener Waldbühne sinnlich erlebt

  Percussionistin Gabriele Kostas spielt mit großer Hingabe
MIT EINEM TROMMELFEUER überwiegend eigener Kreationen begrüßte die Percussionistin Gabriele Kostas im Grapperhausener "Atelier im Kotten" den Sommeranfang.

Grapperhausen (ag)
Ein musikalischer Abend der ganz anderen Art fand am Samstag im "Atelier im Kotten" in Grapperhausen statt, als die Percussion-Künstlerin Gabriele Kostas unter freiem Himmel ein Konzert mit dem Motto "Trommelfeuer" gab. Mitten in einem Buchenwald, dem der Organisator des Konzertes, Rolf Brüning, einen Zauber zuspricht, "dem sich niemand entziehen kann", spielte die passionierte Trommlerin ihre besonderen Lieder.

Das Programm enthielt einige selbst komponierte Stücke, wie zum Beispiel eine Darbietung, bei der die Künstlerin nicht auf einem herkömmlichen Musikinstrument spielt, sondern auf einem roten Plastikeimer. Da es immer mehr Drum-Computer gebe, die in der Musik verwendet werden, wollte Kostas mit diesem Stück den scheinbaren Wunsch der Zuhörer nach "synthetischen Klängen" stillen.

Das Konzert im Wald entwickelte sich vom ersten Trommelschlag an zu einem sinnlichen Erlebnis. Das Lichtspiel in den Bäumen zauberte eine einmalige Bühnengestaltung; der Vogelgesang ergänzte die Konzertmusik auf eine ganz außergewöhnliche Art und Weise.

Mit der Veranstaltung wollte der Künstler Rolf Brüning "das Fest des Sommeranfangs als etwas Großes wieder ins Bewusstsein rufen". Die kleine, offene Bühne war voll mit zahlreichen Trommelausführungen, deren Eigenarten Gabriele Kostas den Zuhörern erläuterte und eindrucksvoll demonstrierte. Die Instrumente kamen fast alle aus Afrika und für ein Konzert im Freien daher wie geschaffen.

Doch auch ganz ungewöhnliche Instrumente kamen zum Einsatz. Ein Stück spielte Kostas ausschließlich auf Metallinstrumenten. Dabei kamen unter anderem Schlüssel, Schalen, Spiralen und ein Rührbesen zum Einsatz. Immer wieder überraschte die Künstlerin die Zuhörer mit neuen Klang- und Rhythmikeindrücken.

Es ist Gabriele Kostas durchaus anzumerken, dass sie zu afrikanischen Trommeln wie der Sprechtrommel eine ganz besondere Beziehung hat, doch auch die unkonventionellen Trommeln spielte sie mit Hingabe wie den kleinen Granitblock, auf dem sie sinnfällig eine Hommage an die Bildhauerei trommelte.

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Der Abend der diesjährigen Sommersonnenwende wurde am "Atelier im Kotten" zu einem fast spirituellen, künstlerischen Erlebnis, das durch die geheimnisvolle Atmosphäre im Wald noch unterstrichen wurde.

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