Melodiva 4/97
Andrea Puppe: Quintessenz

Georg Kostas am Saxophon

  Ein Film über fünf Berliner Jazzmusikerinnen

Sie lässt kleine Kügelchen über den Boden eines Tambourines gleiten. Vom Mikrofon verstärkt, gibt das ein raschelndes Geräusch, beinahe wie Platzregen, der auf ein Wellblechdach prasselt. Gabriele Kostas ist umgeben von Trommeln und Kongas, von Glocken und Schlegeln in verschiedenen Größen und Formen. Die Percussionistin gibt ein Konzert, das nicht nur von den Zuschauerinnen im Saal, sondern auch von einer Kamera beobachtet wird.

Im nächsten Moment sitzt die Musikerin in ihrem Wohnzimmer und erzählt, wie sie zur Musik gekommen ist. Die Kamera schwenkt auf eine alte Fotografie, die Vater Kostas am Saxophon zeigt. Schon während ihrer Kindheit lernte Gabriele Kostas "alle möglichen Instrumente", zu den Trommeln kam sie eher auf Umwegen:
Bei einem Konzert war sie so fasziniert vom Klang der Kongas des Percussionisten, dass sie ihn fragte, ob er ihr Unterricht geben würde. Die Antwort: "Das ist nichts für Frauenhände. Kongas sind hart wie eine Tischplatte." Zum Glück hat sich Gabriele Kostas nicht dauerhaft abschrecken lassen . . .

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